Unsere Sinne: Optische Täuschungen

Do it yourself anleitung

Ist die Realität wirklich das, was wir sehen? Nicht wirklich. Denn unser Gehirn zeigt uns immer eine bearbeitete Version dessen, was über unsere Augen aufgenommen wird. Nichts ist so wie es zu sein scheint! Begebt Euch mit uns auf eine Reise in die Welt der optischen Illusionen und erfahrt, wie und warum unser Auge und unser Gehirn uns jeden Tag ein bisschen austricksen.

 

Hier findet Ihr vielseitige Experimente mit denen Ihr eure Augen verwirren,  Freunde testen und selbst an kleinen Rätseln knobeln könnt.

Los geht’s - viel Spaß!


Was kann unser Auge noch alles?

Ihr wollt mehr über Aufbau und Funktion des Auges erfahren? Dann schaut doch einmal im
1. Teil unserer Sehen-Reihe vorbei: Von allen Sinnen: Wie funktioniert Sehen?.

Ihr wollt mehr über die spannenden Sachen und Tricks erfahren, die unser Auge kann?
Dann könnt Ihr eure Neugierde unten in den Zusatzinformationen befriedigen.
Dort findet Ihr auch weitere Optische Täuschungen und Selbststest!


Auf einen Blick

  • Geeignet für Altersgruppe: ab ca. 9 Jahren

  • Besonders interessant für: Kinder und Jugendliche, Fans von optischen Illusionen

  • Dauer: ca. 10-20 min


Versuch 1: Bekannte optische Täuschungen

In den meisten Fällen könnt Ihr euren Augen trauen und euch darauf verlassen, dass das Bild, das Ihr seht, auch der Wirklichkeit entspricht. Manchmal macht das Gehirn allerdings kleine Fehler bei der Verarbeitung der Informationen und es entstehen kleine Ungenauigkeiten.
Diese  Täuschungen entstehen häufig, da das Gehirn die Erwartungen und Erfahrungen, die Ihr im Laufe des Lebens gesammelt habt, miteinbezieht. Bei den folgenden Bildern könnt Ihr ein paar Illusionen erleben.


Täuschung 1: Schatten wo keine sind

Bei diesem Bild seht Ihr an den Stellen, an denen sich die weißen Linien kreuzen, Schatten, obwohl dort keine sind. Fixiert Ihr allerdings nur einen einzigen Kreuzungspunkt, so verschwindet der Schatten dort.


Täuschung 2: Gerade oder gekrümmte Linien?

Betrachtet die dicken Linien auf den beiden Bildern. Sie wirken, als wären sie nach außen bzw. innen gekrümmt. Das stimmt allerdings nicht, denn tatsächlich sind alle dicken Linien völlig gerade. Das Gehirn bringt die Linien in Zusammenhang mit dem Muster im Hintergrund und lässt sich davon täuschen.


Täuschung 3: Welche Linie ist länger?

Auch bei diesen Abbildungen werdet Ihr zuerst denken, dass die Linien unterschiedlich lang sind. Ähnlich wie bei dem Beispiel zuvor wird das Gehirn auch hier von den umgebenden Elementen getäuscht. In Wirklichkeit sind alle Linien gleich lang.


Täuschung 4: Parallele Linien?

Diese Abbildung besteht aus parallelen Linien und gleichgroßen Rechtecken.
Dennoch erscheint es Euch so, als wären die Linien schief und als wären die Rechtecke Trapeze.


Versuch 2: Rätsel zum Thema optische Täuschung

Mit diesem einfachen Experiment könnt Ihr eure Wahrnehmung testen und mit Freunden rätseln, wer am besten Schätzen kann.


Material

  • Gebraucht wird:

  • zwei Cocktail- bzw. Martinigläser

  • Leitungswasser

  • einen Probanden/Versuchsteilnehmer

  • optional: Lebensmittelfarbe


Ablauf

Schritt 1: Vorbereitung

Füllt eines eurer Martinigläser bis zum Rand voll mit Wasser. Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr das Wasser mit etwas Lebensmittelfarbe einfärben, dann fällt es Euch auch leichter den Wasserstand zu sehen.

Verteilt nun den Inhalt des vollen Glases gleichmäßig auf beide Gläser.


Schritt 2: Rätseln

Jetzt seid Ihr schon fertig und könnt eure Freunde rätseln lassen. Fragt eure Freunde, Geschwister oder Eltern nach ihrer Meinung. Glauben Sie, dass man beide Gläser zusammenschütten könnte, ohne dass der Inhalt überläuft?


Erklärung

Durch die Kegelform der Gläser fällt es Euch schwer, das Volumen abzuschätzen. Ihr seht vor allem den geringen Höhenunterschied zwischen dem fast vollen und dem ganz gefüllten Glas. Zudem werdet Ihr Probleme dabei haben, die Größe des freien Platzes einzuschätzen, da die Öffnung der Gläser nach oben breiter wird.


Viel Spaß
beim Ausprobieren!


Erfahrt mehr!

Spannende Fakten zum Sehen im Allgemeinen

Anpassung der Pupillenweite

Die Weite der Pupille wird an die Lichtverhältnisse angepasst. Es gibt jedoch noch weitere Gründe für eine Änderung der Pupillenweite.
Seid Ihr beispielsweise aufgeregt, so habt ihr größere Pupillen, da euer Körper versucht, seine Wahrnehmung zu schärfen.

Stabilität der Lederhaut

Die Lederhaut umgibt fast unser gesamtes Auge und bietet ihm einen optimalen Schutz. Die Haut ist einer Muskel-Sehne sehr ähnlich und so stabil, dass nicht einmal ein Nagel durch sie hindurchdringen könnte.

Warum man in der Dämmerung keine Farben sieht

Es gibt zwei verschiedene Arten von Nervenzellen auf der Netzhaut, die Stäbchen und Zapfen. Stäbchen reagieren vor allem bei schwachem Licht und können schwarz, weiß und Graustufen unterscheiden. Die Zapfen ermöglichen das Farbsehen, können allerdings nur mit genügend, hellem Licht arbeiten. Deshalb könnt Ihr in der Dämmerung nur noch Schemen erkennen, aber keine Farben sehen.

Mythos der blauen Augen bei Babys

Auch wenn 90% aller Menschen braune Augen haben, kommen die meisten hellhäutigen Babys mit blauen Augen auf die Welt. Das liegt daran, dass den Neugeborenen das Pigment Melanin noch fehlt. Dieses schützt die Augen vor UV-Strahlung und verändert dabei die Augenfarbe.

Ohrringe für besseres Sehen!?

Piraten glaubten, dass Ohrringe das Sehvermögen verbessern können. Der Gedanke erscheint uns heute zwar sehr verwirrend, allerdings ist auch bei der Akupunktur, einer Behandlungsmethode, bei der Nadelstiche an bestimmten Stellen genutzt werden, das Ohrläppchen der Punkt, der zu besserem Sehen beitragen soll. Das Tragen von Ohrringen hilft allerdings trotzdem nicht dabei, die Sehkraft zu verbessern.

Niesen klappt nur mit geschlossenen Augen

Habt Ihr schon einmal probiert mit offenen Augen zu Niesen? Es wird Euch nicht gelingen, da der Niesreflex zum Schutz vor Staub, Pollen, Viren oder Ähnlichem dient und der Körper das Eindringen von Fremdkörpern verhindern möchte.

Der Iris-Scan als Fingerabdruck von morgen

Bei manchen Handys hat die „Face-ID“ bereits den Fingerabdruck zum Entsperren des Bildschirmes abgelöst. Bei der Face-ID werden viele Gesichtsmerkmale erfasst. Allerdings ist alleine die Iris schon deutlich komplexer aufgebaut als der Fingerabdruck. Bei einem Fingerabdruck gibt es ca. 40 biometrische Merkmale, wohingegen die Regenbogenhaut etwa 260 Merkmale besitzt. Außerdem verändert sich die Iris nach dem Jugendalter kaum noch, der Fingerabdruck allerdings schon. Da die Haut der Finger mit vielen Dingen in Kontakt kommt, dadurch beansprucht und ab und an auch verletzt wird, kann sich der Fingerabdruck im Laufe der Jahre noch verändern.







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