Vitalpilze: Pilze für die Gesundheit

Infoseite und Rezept

Pilze als Heilmittel? Richtig gehört! Pilze sind etwas ganz Besonderes. Sie sind nicht nur ein alltägliches Lebensmittel oder giftig, sondern können unser Immunsystem oder einzelne Organe unterstützen und heilend wirken. Weiter unten findet Ihr ein Rezept für einen leckeren und wohltuenden Chaitee mit Pilzen.

 

Viele denken bei Heilpilzen eher an asiatische und somit „fremde“ Pilze. Das ist nicht verkehrt, denn der Einsatz von Pilzen in der Medizin hat seine Wurzeln im asiatischen Raum. Allerdings gibt es auch einige einheimische Pilze, die wir, ohne darüber nachzudenken zu uns nehmen und dadurch unwissentlich unseren Körper, und unser Immunsystem bei anfallenden Heilprozessen unterstützen.


Ihr wollt mehr über Pilze erfahren?

Falls Ihr noch weitere Fragen habt, findet Ihr unten noch mehr Zusatzinformationen 
und Links zu Infomaterial, das wir online zum Thema aufgestöbert haben!


Auf einen Blick

  • Geeignet für Altersgruppe: ca. 12- 99 Jahre

  • Besonders interessant für: Kinder und Jugendliche, begeisterte Pilzsammelnde, kleine und große Naturforschende

  • Dauer: ca. 15 min

Hintergrundwissen

Bevor Ihr der Schulmedizin abschwört und anfangt mit Pilzen Eure Leiden zu lindern, lest Euch zunächst lieber einmal diese Informationen durch. Pilze sind spannend und wunderbar, aber besitzen keine Zauberkräfte. Bei konkreten Erkrankungen sind sie kein Ersatz für eine richtige Medizin. Was die sogenannte Mykotherapie ist und was man damit erreichen kann, haben wir hier kurz zusammengefasst.

 

Was ist Mykotherapie?

Mykotherapie ist ein Begriff, mit dem viele im ersten Moment wahrscheinlich nicht viel anfangen können. Dabei werden die Wirkstoffe der Pilze schon seit Jahrtausenden eingesetzt, um Schmerzen zu lindern und Krankheiten zu heilen. Der Pilz wird vor allem in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet und wurde im asiatischen Raum auch bereits deutlich genauer untersucht als hier zu Lande. Ganz wichtig ist, dass der gesamte Fruchtkörper des Pilzes verwendet wird, da so alle wichtigen Inhaltsstoffe aufgenommen werden können.

Wo wachsen Vitalpilze?

Die meisten dieser „Vitalpilze“ wachsen an Bäumen und nutzen die vom Baum entwickelten Stoffe zu ihrem Vorteil. Die einzelnen Pilze haben selbstverständlich unterschiedliche Vorlieben, zum Beispiel an welchem Baum sie gerne wachsen, da jeder andere Wirkstoffe des Baumes benötigt und dadurch unterschiedliche Krankheitsbilder therapieren kann.

Wie wirken Vitalpilze?

Wichtig zu wissen ist auch, dass Pilze nicht eingesetzt werden, um eine bestimmte Krankheit zu heilen, vielmehr um den Körper insgesamt bei Heilprozessen und der Stabilisierung des Immunsystems zu unterstützen. Das bedeutet, sie werden nicht gegen, sondern für etwas eingesetzt und sollen eine unterstützende Wirkung auf den Organismus haben. Wie bei anderen Therapieformen auch, konzentriert man sich weniger auf das Symptom, sondern vielmehr auf das grundlegende Problem, auf die Ursache der Krankheit. Aus diesem Grund werden Pilze selten als alleinige Therapie angewandt, sondern verstärken den Therapieansatz durch ihre Besonderheiten.

Was heißt das konkret?

Beispielsweise wäre ein mögliches Symptom, also die ersten Anzeichen einer Krankheit, eine Reaktion der Haut. Diese kann zum Beispiel in Form einer Allergie oder eines Hautausschlages auftreten. Die Ursache für diese Reaktion liegt aber oftmals viel tiefer. Deshalb muss unter Umständen das Immunsystem gestärkt werden, damit die Hautirritation wieder verschwindet und in Zukunft im besten Fall nicht erneut auftritt. In diesem Fall könnte man als Therapie beziehungsweise Behandlung der Immunschwäche Vitalpilze, wie den Reishi-Pilz oder Schmetterlingsporling, zu sich zunehmen, um damit das Immunsystem wieder zu stärken.

Der Shiitake

auch „König der Heilpilze“ genannt. Wie der japanische Name sagt, wächst dieser Pilz besonders gerne auf dem Pasania-Baum. Nach dem Champignon landet der Shiitake auf dem zweiten Platz als meistverzehrter Speisepilz. Er wird bei Verdauungsproblemen und zur Unterstützung des Immunsystems und der Leber eingenommen.

Der Maitake

Auf Grund seiner Form auch „tanzender Pilz“ genannt. Er wächst besonders gerne an den Wurzeln von Laubbäumen wie Linden, Kastanien oder Eichen. Der Maitake soll dem Wachstum von Tumoren entgegenwirken und sogar beim Abnehmen helfen, da durch die Einnahme angeblich weniger Fett angereichert werden kann.

Der Reishi-Pilz

Wird „Jungbrunnen“ genannt, da er dem Risiko altersbedingter Schädigungen (Organe, Haut, etc.) entgegenwirken soll. Er wächst bevorzugt an Laubbäumen wie Eichen und Buchen. Der Reishi-Pilz wird auch besonders bei allergischen Reaktionen eingesetzt, da durch ihn Entzündungsreaktionen gehemmt und das Immunsystem unterstützt werden sollen. Durch seine Inhaltsstoffe hilft er außerdem der Leber den Körper zu entgiften.

Der Austernpilz

Wächst an der Rinde von Laubbäumen (besonders an Rotbuchen). Der Austernpilz ist ein parasitärer Pilz, das heißt er entzieht dem Baum wertvolle Nährstoffe und Wasser, wodurch er dem Laubbaum nachhaltigen Schaden zufügt. Er wird durch seine cholesterin-senkende Wirkung vor allem bei erhöhtem Herzinfarktrisiko eingesetzt. Doch hat er durch seine zahlreichen Vitamine, Spurenelemente und Proteine auch positive Einflüsse auf Leber, Immunsystem und den Magen-Darm-Bereich.

Der Schmetterlingsporling

Ist vor allem in Deutschland und der EU weit verbreitet. Er wächst auf toten Hölzern, Baumstümpfen oder alten Holzbrettern. Durch seine antibakterielle und antivirale Wirkweise stärkt er das Immunsystem und soll ebenfalls das Tumorwachstum hemmen.

Der Kulturchampignon

Ist der meistverzehrte Speisepilz der Welt. Er wächst nicht an Bäumen, ihn findet man viel eher am Boden. Durch seine vielen Vitamine, Mineralien und den geringen Gehalt an Purinen, soll er besonders wirksam sein, um Blutzucker zu senken.

Das alles sind nur Teile der Therapieansätze dieser Pilzarten. Falls Ihr mit der Idee spielt, einen Pilz aus medizinischen Gründen einzunehmen ist es ratsam, das mit einer Fachperson genauer zu besprechen. Tatsächlich kann die Philosophie der Pilzheilkunde keinesfalls als Alleinheilmittel herhalten. Vielmehr zielt man durch die orale Einnahme von Vitalpilzen darauf ab, den Körper vorsorglich zur einer verbesserten Gesundheit zu animieren oder als Begleittherapie die Symptome einer schweren Erkrankung abzumildern, um den Patient*innen mehr Lebensqualität und Hoffnung zu geben.


Rezept: Reishi-Chaitea

Wie leicht es ist Pilze und ihre unterstützende Wirkung in den Alltag einzubauen zeigt das folgende Rezept für einen leckeren Chaitee mit Reishi-Pilz.

Zutaten

  • 2 Teebeutel Chai Tee

  • 350 ml Wasser

  • 20 g Vollmilchschokolade

  • 120 ml Kokosmilch

  • ¼ Teelöffel Zimt

  • ¼ Teelöffel Reishi-Pulver (erhältlich in Apotheken oder Biomärkten)


Ablauf

Schritt 1: Chai-Tee kochen

Bringt 350 ml Wasser in einem kleinen Topf zum Kochen, gebt die Teebeutel hinzu und lasst sie vier bis acht Minuten ziehen.


Schritt 2: Kokosmilch und Schokolade

Entfernt nun die Teebeutel und gebt die gehackte Schokolade und die Kokosmilch hinzu. Rührt die Zutaten so lange unter, bis die Schokolade geschmolzen ist.

Tipp

Wer es nicht ganz so süß mag kann auch Zartbitterschokolade verwenden.


Schritt 3: Zimt und Pilzpulver

Zimt und Reishi-Pulver untermischen und den Chai Tee in eine Tasse umfüllen.

Fertig ist die perfekte Stärkung, um sich zum Beispiel nach einem Spaziergang wieder aufzuwärmen und gleichzeitig etwas für seinen Körper zu tun.


Guten Appetit und viel Spaß beim Ausprobieren!


Erfahrt mehr!

Auch wenn sie nicht auf der Liste der Vitalpilze zu finden sind, gibt es einige Pilze, die viel verspeist werden und gleichzeitig Auswirkungen auf den Körper haben, von denen man oft nichts ahnt. So wird dem Pfifferling nachgesagt, dass er bei Sehstörungen und Lungenproblemen helfen soll. Allerdings sollte man ihn nicht in Massen essen, da er für uns schwer verdaulich sein kann.

Der Kräuterseitling wiederum beinhaltet einen hohen Anteil an Vitaminen und unterstützt dadurch das Nervensystem. Zudem ist er sehr eiweißreich und stellt dadurch einen optimalen Fleischersatz dar.

Die aphrodisierende Wirkung des Steinpilzes lässt sich auf dessen hohen Gehalt an Zink zurückführen, welches ein wichtiger Mineralstoff für den Hormonhaushalt ist. Er soll außerdem, wie die meisten Vitalpilze auch, eine immunstimulierende Wirkung haben.


Weiterführende Links

Fungi for Future

Videoreihe

In unserer Videoreihe könnt Ihr noch tiefer in das Thema Pilze eintauchen: Pilzexperten kommen hier zu Wort, wir bieten Einblicke hinter die Kulissen, Zusatzinformationen zu den Ausstellungsobjekten und tolle Ideen und Experimente!

Die heilende Kraft der Pilze

Artikel für Erwachsene

Das feuchtwarme Sommer-Wetter begünstigte das Wachsen von Steinpilz, Pfifferling und Co. Doch die Waldfrüchte sind nicht nur ein Gaumenschmaus, sie haben auch heilende Kräfte. So senken einige den Blutdruck, andere helfen gegen Hämorriden und manche können sogar Krebs bremsen.

© Welt.de

Bildrechte ©Okapia/Hans Reinhard

Welche Inhaltsstoffe stecken drin im Pilz?

Artikel und Video für Erwachsene

Schwammerl sind nicht nur lecker, sie tragen auch zur gesunden Ernährung bei. Sie sind reich an essenziellen Aminosäuren und enthalten kaum Fett. Auch in der chinesischen Medizin spielen Pilze eine Rolle.

© Bayerischer Rundfunk

Heilpilze - Gesundheit aus Natur

Artikel für Erwachsene

Vitalpilze oder Heilpilze haben in vielen Kulturkreisen auf der ganzen Welt eine lange Tradition. Hier möchten wir Ihnen die 15 wertvollen Vitalpilze mit Ihren Wirkungen und Anwendungsmöglichkeiten vorstellen.

 
© MykoTroph – Natürlich Gesund

Warum Pilze weder Pflanzen noch Tiere sind

Artikel für Erwachsene

Pilze sind für manchen eine Köstlichkeit. Einen Schimmelpilz freilich will niemand gern in der Wohnung haben. Die Einordnung als Lebewesen gestaltet sich schwierig.

© Welt.de

Bildrechte © dapd/Uwe Meinhold

Erstellt von Anna Ziegleder

Buchtipps

Mykotherapie für Einsteiger

Lukas Prawitz

Sie sind zwar nicht akut erkrankt, haben aber das deutliche Gefühl, Ihr Körper könne ein wenig grundsätzliche Unterstützung dringend gebrauchen? Ein geheimes Allheilmittel gibt es zwar noch immer nicht, wohl aber ein Mittel, das auf wirkungsvolle und zugleich schonende Weise Ihr persönliches, ganzheitliches Wohlbefinden in den Mittelpunkt stellt: Mykotherapie, die Anwendung von Heilpilzen.

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Gesund mit Heilpilzen

Philip Rebensburg und Andreas Kappl

Wie auch Sie die Heilkraft der Pilze nutzen können, zeigen Ihnen Diplom-Biologe und Mykologe Philip Rebensburg und der Arzt für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde Dr. med. Andreas Kappl. Von Chaga über Reishi bis Shiitake - in ausführlichen Porträts lernen Sie alles Wissenswerte zu den 22 wichtigsten Heilpilzen kennen.

© riva Verlag

Erstellt von Anna Ziegleder






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